Noten von Gustav Geierhaas


Gustav Geierhaas wurde in der kleinen badischen Gemeinde Neckarshausen geboren und wuchs als eines von neun Geschwistern in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Vater Wilhelm, der in ihm das musikalische Fundament legte, war Hauptlehrer und Leiter mehrerer ortsansässiger Chöre. Bereits im Alter von zehn Jahren vertrat Gustav ihn als Kirchenorganist. Nachdem er 1906 ein Studium der klassischen Philologie, Geschichte und Germanistik in Heidelberg begonnen hatte, wechselte er alsbald ins Fach Musik, wo er Orgel bei dem Regerschüler Karl Hasse und Kontrapunktik bei dem Rheinbergerschüler Philipp Wolfrum studierte. Nach einer Tätigkeit als Lehrer begann er - einem Rat von Thomaskantor Karl Straube folgend -, Unterricht bei dem Regerschüler Arno Landmann zu nehmen. 1913 ging er nach München, um dort bei Friedrich Klose, einem Schüler Anton Bruckners, Komposition und bei Felix Ludwig Maier Orgel zu studieren. 1920 erhielt Geierhaas zunächst eine Stelle als „Hilfslehrer für Harmonielehre“ an der Akademie der Tonkunst in München (die heutige Hochschule für Musik und Theater). 1927 wurde er Professor für Komposition. Bei seiner Pensionierung 1953 ernannte ihn die Münchner Musikhochschule zu ihrem Ehrenmitglied. Bedeutende Schüler gingen aus seiner Schule hervor, u. a. Heinrich Sutermeister, Karl Amadeus Hartmann, Christoph von Dohnanyi, Otto Jochum und Melchior Brugk. In seinem Werkverzeichnis finden sich Orchesterstücke, Kammermusik, Klavier- und Orgelwerke sowie Vokalmusik. Viele seiner Werke sind bis heute leider nur im Manuskript überliefert, was nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen ist, dass dem bescheidenen, zurückgezogenen, oft auch melancholischen Komponisten jede Anbiederung fernlag.